Asti
In einer mit Fahnen geschmückten szenographischen Stadt begeistern mehr als 1200 mittelalterlich gekleidete auf den Straßen vorüberziehende Figuranten ein dicht gedrängtes Publikum. 21 Jockeys reiten ohne Sattel auf ebenso vielen Pferden um ein Samttuch mit dem Wappen der Stadt und der Abbildung des Schutzheiligen San Secondo zu gewinnen. Das sind nur einige der „szenischen Elemente“, die aus dem Palio von Asti ein in der Region ersehntes Herbstereignis machen. Dabei ist es nicht nur das Besinnen auf Traditionen, was die Stadt bewegt, sondern eine echte Leidenschaft, die von den Bewohnern der 14 Stadtteile, die am Palio teilnehmen, gepflegt wird. Eine Leidenschaft, die von Jahr zu Jahr wächst und das Fest immer spezieller werden lässt. Es beginnt am Donnerstag mit einer Parade der Fahnenschwinger, die in den Farben der Stadtteile, denen sie zugehören, gekleidet sind. Es folgt der Markt des Palio, Gelegenheit für die Vertreter der Stadtteile sich zu treffen, auszutauschen und kurios und originell in den Farben der Stadtteile verpackte Souvenirs anzubieten.
Beim Abendessen, das die Spannung in der Nacht des Vorabends lockert, versammeln sich auf den Straßen Neugierige und Mitwirkende und wünschen sich Glück. Örtliche Produkte, Gesänge, Tänze und Aufführungen für eine unvergessliche Nacht.
Asti ist eine gastfreundliche und vielseitige kleine Stadt, bekannt vor allem für seine Weine und seine Lebensmittelprodukte, beliebt aber auch wegen seiner Kunstschönheiten, seiner lebhaften Handelstätigkeiten und besonders wegen seiner zahlreichen kulturellen und weingastronomischen Ereignisse, die jedes Jahr Tausende von Touristen anlocken.
Die Stadt liegt inmitten einer Hügellandschaft, die vom Fluss Tanaro und einigen wichtigen schon zu Römerzeiten angelegten Kommunikationswegen durchzogen werden. Ihre strategisch günstige Lage machte sie im Mittelalter reich und mächtig, so dass zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert die freie Stadt, eine der reichsten und mächtigsten Norditaliens, oft in Konflikt mit dem Marquisat des Monferrato geriet. Den mittelalterlichen Stadtkern, mit elliptischem Grundriss, durchziehen enge Gassen in denen Spuren von Festungen und Turmruinen offensichtlich sind. Bemerkenswert sind auch die aus dem 19. Jahrhundert und dem Barock stammenden städtebaulichen Veränderungen. Zeugen einer großen Vergangenheit findet man in Monumenten wie: die Kollegiatskirche San Secondo, die dem Schutzpatron der Stadt geweiht und im 14. und 15. Jahrhundert errichtet wurde; das Rathaus (Palazzo di Città), seit 1558 Sitz der Stadtverwaltung; die Maria Assunta geweihte Kathedrale, eine der bedeutendsten gotischen Kirchen aus dem vierzehnten Jahrhundert in Piemont; Palazzo Alfieri, in dem sich das Museo Alferiano befindet, das Erinnerungen an den bekannten Schriftsteller Vittorio Alfieri aus Asti sammelt; die Krypta San Anastasio; die Rotunde von San Pietro in Consavia; der trojanische Turm, „Uhrenturm“ genannt, weil er als Stadtuhr die Uhrzeit für öffentliche Dokumente angab. In Via dell’Arazzeria steht die Certosa di Valmera, die die Werkstatt für Gobelinmanufaktur von Ugo Scassa beherbergt. Die ausgestellten Werke umfassen auf Skizzen von Bildern gewebte Wandteppiche von italienischen und internationalen Künstlern wie Casorati, De Chirico, Guttuso, Mastroianni, Kandinskj, Klee, Matisse und Miro. Die Ausstellung wird durch eine angrenzende Webereiwerkstatt bereichert.
Heute ist Asti nicht nur eine Stadt der Geschichte und der Kunst, sondern auch ein Bezugspunkt für nationale und internationale Weingastronomie. Es genügt daran zu erinnern, dass die Stadt jedes Jahr im September zahlreiche Veranstaltungen organisiert: Die Douja d’Or, eine nationale Messe ausgewählter Weine, mit Weinproben und –verkauf hunderter Sorten aus ganz Italien und das Festival delle Sagre, Huldigung an die Weingastronomischen Traditionen in der Region.
Informationen
Piazza San Secondo, 1 - 14100 - Asti
Tel. +39.0141.399111 (Centralino)
E-mail: urp@comune.asti.it
www.comune.asti.it

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Ortschaften
Filatoio Rosso di Caraglio
Die in den Jahren 1676 bis 1678 errichtete Spinnerei bildet ein außergewöhnliches Beispiel an “Industriearchitektur” im siebzehnten Jahrhundert im Piemonte. Sie ist heute vollständig restauriert und beherbergt das Museo Regionale della Seta (Regionales Seidenmuseum) sowie Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Sacro Monte di Crea
Gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts realisiert, verfügt der Heilige Berg von Crea über 23 Kappellen und 5 Klausen, die im Wald verstreut liegen und untereinander durch Pfade verbunden sind. Die Kappellen erzählen das Leben der Jungfrau und beherbergen außergewöhnliche Statuengruppe in natürlicher Größe.
Biblioteca Reale di Torino
Die Biblioteca Reale (Königsbibliothek) enthält wichtige Sammlungen von Manuskripten, Miniaturausgaben und Kupferstichen. Über 2000 Zeichnungen, wovon einige von Leonardo Da Vinci sind, darunter: das Selbstportrait, das Engelsantlitz, eine Entwurfszeichnung für die Felsjungfrau und den Flugkodex.
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Persönlichkeiten
Gianni Farinetti
“Es liegt wohl am Wasser. Diese wahre Explosion der letzten 15 Jahre ist ein seltsames Phänomen: es gibt eine Schule Genueser Liederschreiber oder auch römischer Maler, und dann gibt es die Turiner Schriftsteller. Hier kann man sich verstecken. Schreiben heißt beobachten, zuhören und sich dann in die Einsamkeit zurückziehen. Es ist auch eine Stadt der Bücher, mit tausend Büchereien. Und diese überwältigende Menge geschriebener Worte hat ihre Folgen”.
Margherita Oggero
“Es ist ein glücklicher Moment. Wir haben Liederschreiber in Genua und Schriftsteller in Torino… ein Spiel des Schicksals, denn die kulturelle Lebhaftigkeit, die diese Stadt durchdringt, nachdem sie sich der industriellen Monokultur entziehen konnte, hat sicherlich ihre Auswirkungen auf die Jugend gehabt”.
Stefania Rocca
"Mein Vater hat bei Fiat gearbeitet. Torino habe ich nie als einschränkend erlebt. Es ist eine elegante Stadt. Der Nebel hat mir nie Angst eingejagt oder mit traurig gestimmt. Meine Mutter, sagte immer, er hilft, um in uns hineinzusehen.”
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