Design
Wer sich mit dem piemontesischen Design beschäftigt, wird sich nicht wundern, dass New York als erste Stadt das Niveau der hiesigen Entwurfsqualität erfasst hat, denn im MoMa sind dauerhaft “The rocks”, ironische Sessel im Design von Piero Gilardi, die Schreibmaschine “Lettera 22” von Olivetti und das Auto “Cisitalia 202 SC” von Pininfarina ausgestellt. Diese Anerkennungen machen dem Piemont als international bedeutender Design-Region Ehre.
Turin bietet die Gelegenheit, Orte zu entdecken und zu besuchen, die Quellen der Kreativität darstellen wie Bertone, Giugiaro Design und Pininfarina. Dass sie nicht selten die Pforten ihrer Betriebe öffnen ermöglicht es uns zu verstehen, warum die Hälfte aller Automobilmodelle, die auf den Straßen der ganzen Welt zirkulieren, in Piemont entworfen wurde.
In Ivrea ist noch heute das Erbe von Adriano Olivetti spürbar. Ihm ist es zu verdanken, dass in dieser Gegend Planer des Kalibers von Nizzoli, Sottsass, De Lucchi und die Unternehmensgruppe Bbpr, die die Hälfte der Büroräume in der der Welt ausstattet, tätig sind. Architekten wie Figini und Pollini, Gardella, Gabetti und Isola haben hier Meilensteine der zeitgenössischen italienischen Architektur zurückgelassen. Die Planungstradition von Ivrea wurde von dem Interaction Design Institute aufgenommen.

Man könnte unserem Design vielleicht den Vorwurf machen, mehr auf den Produktionsprozess als auf das Design selbst zu setzen, aber gerade auf diese Weise sind die besten Stücke entstanden: zuerst der Gedanke, dann der Designer. Ansonsten hätten der Füllfederhalter "Hastill" und der "Thesi" von Zanuso (1979) für Aurora nie das Licht der Welt erblickt.
Die Firma Alessi wäre eine neben vielen Firmen ihrer Art, hingegen ist sie heute ein Leader auf dem Weltmarkt auf ihrem Gebiet. Wo, wenn nicht am Lago d´Orta, hätte Sapper 1979 seine Kaffeemaschine entwerfen können? Und wie kann man in diesem Zusammenhang die Kunststoffvasen vergessen, die das Ergebnis einer dynamischen Produktionsumwandlung der Firma Serralunga von Biella darstellte?
Nur die Firma Gufram konnte dem kreativen Eifer der radikalen Architekten standhalten. Der "Cactus" von Studio 65, der "Pratone" der Gruppe Strum und viele der Objekte, die den Markt der Sechzigerjahre monopolisierten, entstammen nämlich alle dieser Firma.
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Ortschaften
Palazzo Callori a Vignale Monferrato
Der im XV. Jahrhundert errichtete Bau beherbergt die regionale Weinhandlung vom Monferrato. Die antiken Tuffsteinkeller werden noch heute zur Lagerung von kostbaren Weinen und Grappas verwendet.
Biblioteca Reale di Torino
Die Biblioteca Reale (Königsbibliothek) enthält wichtige Sammlungen von Manuskripten, Miniaturausgaben und Kupferstichen. Über 2000 Zeichnungen, wovon einige von Leonardo Da Vinci sind, darunter: das Selbstportrait, das Engelsantlitz, eine Entwurfszeichnung für die Felsjungfrau und den Flugkodex.
Cantine storiche di Canelli
Die Keller – in denen die perfekt aufgereihten antiken Fässer und Barriques gelagert werden – verfügen über Ziegelsteingewölbe mit weiten tiefer gelegten Rundbögen und sind untereinander durch Tunnelgänge verbunden, welche bis ins Grundwasser und in die tiefen Erdschichten hineinreichen, die sich im Verlauf der Jahrhunderte gebildet haben.
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Persönlichkeiten
Bruno Gambarotta
“Für die Turiner war ich ein "Pacu", ein Bauer... Ich kam aus Asti, wo mein Vater Schriftsetzer war. Nach den Überschwemmungen von 1949 sind wir nach Torino umgezogen. Ich sprach nur astigianisch und trug Knickerbocker. Ich habe mich von diesem Image befreit, indem Klassenbester wurde".
Patty Smith
"Torino ist eine besondere Stadt, mit einem großartigen Charakter. Es ist nicht wie Firenze oder die anderen italienischen Metropolen, die dich angreifen, in denen du von den Touristen überrollt wirst. Es ist eine Stadt mit einer präzisen Persönlichkeit, mit Stil und Seele."
Roberto Capucci
“Torino ist eine aristokratische Stadt, ohne Schlamperei. Ihr Turiner kommt über die Runden, weil ihr wenig Tourismus habt, und das ist ein Glück. In Torino gibt es noch eine Klasse, die andernorts verloren gegangen ist. Man denke nur an eine Frau wie Rita Levi Montalcini, für die ich über 50 Kleider realisiert habe.”
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