Klöster und Kirchen
Sinagoga (Torino)
Kategorie: Klöster und Kirchen
Nach Zusprechung der Emanzipation im Jahr 1848, beschlossen die jüdischen Turiner den Bau einer großartigen Synagoge und beauftragten Alessandro Antonelli, den zu jener Zeit beliebtesten Architekten der Stadt, mit der Realisierung. Antonelli entwarf die Mole Antonelliana, doch beherbergte das Bauwerk, heutiger Sitz des Museo nazionale del Cinema (Nationalen Filmmuseums) und Wahrzeichen von Torino, niemals die Synagoge der Gemeinschaft. Die aktuelle Synagoge, die von Enrico Petiti in maurischem Stil entworfen wurde, wurde im Jahr 1884 eingeweiht und 1942 bombardiert. Die Innendekorationen und Ausstattungen wurden vollkommen zerstört und 1949 wieder hergestellt. Der große Tempel aus Stein kann bis zu 1400 Personen fassen und kennzeichnet sich durch die vier Zwiebelkuppeln, welche die Wachtürme bedecken, und die zwei Loggien-Ordnungen, die entlang der Gebäudeseiten verlaufen. Die Galerie im ersten Stockwerk verläuft über drei Seiten. Im Jahr 1972 wurde hingegen der kleine Tempel in Form eines Amphitheaters – typische Bauform der Zeit vor der Emanzipation - mit Gewölbedecke und unbearbeiteten Wänden aus Sichtstein gebaut, dessen faszinierende Ausstattungen aus der barocken Synagoge von Chieri stammen. Das Tevà (Podium), das sich auch im Barockstil zeigt, ist mit blauen und goldenen Lackdekorationen verziert; der Aron (Schrank), in reinem piemontesischen Barockstil, ist vergoldet und zeichnet sich durch die kleinen Säulen aus blauem marmorähnlichem Material aus, die sich auf korinthische Kapitelle stützen.
Informationen
Via San Pio V, 12 – 10125 Torino
Tel. +39.011.669.23.87
www.torinoebraica.it (Jüdische Gemeinschaft von Torino)



