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Die zeitgenössische Kunst

Torino wird in Europa als eines der bedeutendsten Zentren der zeitgenössischen Kunst betrachtet. Piemonte hat es in der Tat in den letzten Jahren verstanden, sich im internationalen Panorama dadurch in den Vordergrund zu stellen, dass dem Publikum eine kontinuierliche Aktivität hohen Niveaus geboten wird. Ein Erfolg, der sich aus dem Dialog und der Synergie ergibt, die öffentliche und private Institutionen in jahrelanger Zusammenarbeit aufgebaut haben. Im Vorspann dieses “ideellen Films über zeitgenössische Kunst” erscheinen unter den Hauptinterpreten die GAM – Galleria d’Arte Moderna (Galerie für moderne Kunst), die eine permanente Sammlung von über 20.000 Werken zu bieten hat, sowie das Museo d’Arte Contemporanea - Castello di Rivoli (Museum für zeitgenössische Kunst – Schloss von Rivoli), mit dem außergewöhnlichen Kontrast zwischen der von Filippo Juvarra entworfenen und für die Regione Piemonte vom Architekten Andrea Bruno restaurierten Residenz der Savoia und den Werken zeitgenössischer Künstler wie Vedova, Pistoletto, Paolini, Merz, Sol Lewitt, Long, Anselmo, Fabro, Kounellis… Weiter geht es dann mit der Accademia Albertina, die nicht nur einen langen Lebenslauf im Bereich des Unterrichts in künstlerischen Disziplinen aufzuweisen hat, sondern auch ein reichhaltiges Programm an Ausstellungen.

Der zeitgenössischen Kunst

Ein weiterer Bestandteil des „künstlerischen Netzes“ sind die der zeitgenössischen Kunst gewidmeten Stiftungen. In den Räumen der Stiftung Fondazione Sandretto Re Rebaudengo in Via Modane wechseln sich Ausstellungen mit Seminaren und Conventions ab, während die Stiftung Fondazione Merz die Werke, das Archiv und die Entwürfe des geistigen Vaters der sog. Armen Kunst verwahrt. Zu alldem kommen Kunstgalerien und Künstler. Es ist die große Tradition der Bildergalerien von Torino, die das Heranwachsen neuer Talente gefördert und sie dann auf dem internationalen Markt bekannt gemacht hat: Persönlichkeiten wie Sperone, Pistoi, Tazzoli, Persano, Paludetto und Martano waren das Bindeglied zwischen Torino und der Welt, und brachten die internationale Kunst nach Torino und- wie im Fall von Gian Marco Sperone - machten die bedeutendsten Figuren der italienischen Kunst in aller Welt bekannt.

Der zeitgenössischen Kunst

Treffpunkt mit dem Markt ist “Artissima” die, wie Man Ray sagte, „die Träume realisiert, die man für Geld kaufen kann“. Und gerade wie die Avantgarde der Kunst es wollte, bringt Torino die Kunst auch aus den Ausstellungen und Museen heraus, um das tägliche Leben zu verschönern und die Nutzung des städtischen Raums angenehmer zu machen. Vor elf Jahren erleuchteten die “Luci d’Artista” (künstlerische Lichter) Monumente, Straßen und Plätze von Torino mit den Werken von Merz, Horn, Buren, Vercruyssen, Rudi F Paladino, während das von der Fondazione CRT per l’arte (Kunststiftung CRT) unterstützte Projekt von uchs “Artecittà” (Stadtkunst) bei elf Künstlern von internationalem Ruhm - Anselmo, Kounellis, Kirkeby, Mainolfi, Merz, Paolini, Penone, Pichler, Pistoletto, Rückriem, Zorio.- eine Installation in Auftrag gab, um die umgewandelte „Bahndurchgangsstrecke“ in das Stadtbild einzugliedern. Im gleichen Stadtteil wurden nun die OGR - Officine Grandi Riparazioni Ferroviarie (Große Bahnreparaturwerkstätten) - wieder hergestellt- ein faszinierendes Beispiel für Industrie- Archäologie. Von dieser ideellen Konstellation von Künstlern, Museumsdirektoren, Kunsthändlern, Kritikern und Sammlern gehen künstlerische Routen aus, die sich durch ganz Piemonte ziehen. In Biella gründete Michelangelo Pistoletto „Cittadellarte“ (Stadt der Kunst), "ein neues Modell einer künstlerischen und kulturellen Institution im direkten Zusammenspiel mit verschiedenen Bereichen der Gesellschaft“, in Guarene, in dem Palast aus dem achtzehnten Jahrhundert auf der Piazza del Municipio (Rathausplatz) wurde einer der Geschäftssitze der Stiftung Fondazione Sandretto Re Rebaudengo eröffnet. Die antike Spinnerei Filatoio di Caraglio hat sich in ein Kulturzentrum verwandelt, das für interessante, themengebundene Projekte offen steht, während der Kunsthändler Franz Paludetto seine historische Kunstgalerie in das Schloss von Rivara verlagert hat.






Ortschaften

Villa Scott

Das Gebäude ist eines der signifikativsten Beispiele der Turiner Jugendstilarchitektur und mit dem Namen von Dario Argento verbunden, der dort den Film “Profondo Rosso” (“Tiefes Rot”), den wahrscheinlich emotionsreichsten seiner Filme und auch den am stärksten mit figurativen Effekten versehenen Film, gedreht hat.

Forte di Vinadio

Nach dem Willen von König Karl Albert errichtet, stellt die Befestigungsanlage von Vinadio eines der bedeutendsten Beispiele alpenländischer Militärarchitektur dar. Sie erstreckt sich in Längsrichtung auf 1200 Metern Länge über drei Ebenen, auf denen sich circa 10 Kilometer interner Wege verteilen.

Filatoio Rosso di Caraglio

Die in den Jahren 1676 bis 1678 errichtete Spinnerei bildet ein außergewöhnliches Beispiel an “Industriearchitektur” im siebzehnten Jahrhundert im Piemonte. Sie ist heute vollständig restauriert und beherbergt das Museo Regionale della Seta (Regionales Seidenmuseum) sowie Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.



Persönlichkeiten

Achille Bonito Oliva

Achille Bonito Oliva

“Es liegt etwas Erotisches in einer Stadt (wie Torino), die von einer Geometrie beherrscht zu sein scheint, die durch den französischen Zuschnitt der Strassen bedingt ist, in Wirklichkeit aber schon immer das Feuer unter der Asche hegt, in einem kollektiven Unterbewusstsein, das ab und zu aufbrodelt und zu Tage tritt ”.

Alessandro Del Piero

“Ich bin mit 18 Jahren nach Torino gekommen und habe dort mein Haus gekauft und es im Laufe der Jahre meinen Bedürfnissen angepasst, dort wohnen auch meine Freunde, und dort ist meine Frau geboren.”

Andrea Lee

“Ich habe einen Turiner geheiratet und hier meine Familie gegründet. Man lernt Torino langsam lieben, weil die Stadt voller versteckter, geheimer Dinge steckt, die man erst entdecken muss. Es gibt aber auch viel Perverses. Hier gibt es wundervolle Plätzchen …”