Das Handwerk
Geschickte Hände, Sorgfalt und Geduld bei der Bearbeitung der verschiedensten Materialien zu wertvollen Kreationen haben dazu beigetragen, den piemontesischen Kunsthandwerkern das Gütesiegel “Piemonte Eccellenza Artigiana” (Piemont: exzellentes Handwerk) zu verleihen. Diese Anerkennung gilt den Fertigkeiten der Menschen, die auch alte Traditionen bewahren, einen wertvollen Bestand, der oft generationenlang vom Vater auf den Sohn überliefert wurde und geschützt werden sollte.

In Gignese, einem kleinen ins Grün eingelassenen Ort am Lago Maggiore befindet sich das Schirmmuseum. Hier sind über 1.500 Exemplare von Sonnenschirmen zum Spazierengehen und für den Strand ausgestellt, oder aber gestickte Schirme, die aufgespannt sind auf handgemachte Griffe aus der piemontesischen Tradition. Auch der Grundriss dieses Ökoemuseums hat etwas Kurioses und erinnert an drei geöffnete, nebeneinandergestellte Schirme. Nicht weit davon entfernt befindet sich in den kostbar dekorierten Salons des Borromeo-Palastes auf der Insel Isola Madre das Marionettenmuseum, das Marionetten und Puppen aus dem 18. und 19. jahrhundert enthält. Wer Musikliebhaber ist, der muss unbedingt nach Quarta, wo Klarinetten, Flöten, Saxophone und Blechblasinstrumente hergestellt werden. Etwas weiter, im Raum von Novara, genauer: in Pettenasco, atmet man eine Atmosphäre, die auf das Altertum zurückverweist: Um eine alte hydraulische Drehbank herum aufgestellt kann man hier die Sammlung alter Holzgeräte für den alltäglichen Gebrauch betrachten: Pfeffermühlen, Vorhangsringe und -halterungen, Schüsseln, Stühle und Kleiderpuppen.

Gilt für Männer das Motto "Blondinen bevorzugt", so erinnern uns Marylin Monroe und Jane Russell in dem gleichnamigen Film von Howard Hawks daran, dass "Diamanten die besten Freunde der Frauen sind". Kein Slogan könnte besser passen zu Valenza, wo Ringe, Ketten, Armreifen und Broschen, die mit Geräten von höchster Präzision handwerksmäßig hergestellt werden, durch Smaragde, Rubine, Aquamarine, Topase, Perlen und Diamanten noch veredelt werden. Wer dem Luxus die Kultur materieller Gegenstände vorzieht, der kann einen Halt in Cisterna d’Asti machen, wo in einigen Schusterwerkstätten weiterhin Holzschuhe hergestellt werden, das traditionelle Schuhwerk piemontesischer Bauern. Während Lanzo bekannt ist als die Stadt der "magnin", der Pfannenflicker, ist Castellamonte die Stadt der Öfen. Man findet sie hier überall, auf Balkonen, Terrassen und auch in der Kirche, überall dort, wo sich die traditionelle Kunst der Bearbeitung der Tonerde, die aus den zahlreichen Tongruben in dieser Gegend stammen, bewundern lässt. Was Dekoration betrifft, darf natürlich nicht Mondovì mit seiner bedeutenden Keramikproduktion vergessen werden. In dieser Stadt findet man außerdem im Städtischen Pressemuseum das erste mit Druckbuchstaben gedruckte und 1472 herausgegebene Buch Piemonts, "De Institutiones confessorum”.
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Ortschaften
Forte di Fenestrelle
Dies ist die größte befestigte Anlage Europas und der weitläufigste Mauerbau nach der chinesischen Mauer: 635 Meter Höhenunterschied, 3 km Länge, 1.300.000 m² Fläche; 4.000 Stufen überdachte Treppen; 2500 Stufen Treppen unter freiem Himmel; 5 Zugbrücken; 183 Scheinwerfer zur Beleuchtung der Innenräume.
Palaisozaki
So heißt der neue beim japanischen Architekten Arata Isozaki für die Olympischen Winterspiele von Torino 2006 in Auftrag gegebene olympische Turiner Sportpalast. Eine Mehrzweckhalle, vielseitig und flexibel, die sich dank der Beweglichkeit der Tribünen vom Eispalast in eine Konzerthalle, in eine Schauspielhalle oder in einen Kongresssaal verwandeln kann.
Villa Scott
Das Gebäude ist eines der signifikativsten Beispiele der Turiner Jugendstilarchitektur und mit dem Namen von Dario Argento verbunden, der dort den Film “Profondo Rosso” (“Tiefes Rot”), den wahrscheinlich emotionsreichsten seiner Filme und auch den am stärksten mit figurativen Effekten versehenen Film, gedreht hat.
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Persönlichkeiten
Alain Elkann
“Torino bleibt nicht nur eine schöne Stadt, sondern auch eine ernsthafte, wo man gut arbeiten kann. Hier fühlt man sich beschützt… Aber im Hügelgebiet könnte man an gewissen Wintertagen mit blauem Himmel und klarer Luft meinen, man sei in Kathmandu.”
Cristina Tardito
“Torino ist eine raffinierte und dezente Stadt, in der die antike Pracht des Palazzo Madama (Residenz der königlichen Madame) mit dem modernen Schwung der olympischen Veranstaltungsorte vereint ist. Ich würde gerne die ausländischen Gäste in unsere Bars begleiten, oder mit ihnen eine Kanufahrt auf dem Po unternehmen.”
Giorgio Faletti
“Bis zu einem gewissen Alter lag ich in dem Glauben, dass die Leute aus Asti Astemi (Abstinenzler) hießen, und daher antwortete ich auf die Frage, woher ich denn käme, sorglos: ‘Astemio’ (’Abstinenzler’).”
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