Das Mittelalter
Im 5. und 6. Jahrhundert streiten drei nicht alteingesessene Bevölkerungsgruppen um die Vorherrschaft in Piemonte: die Byzantiner, die Burgunder und die Goten. Nach der Besetzung durch die Langobaden, 568, wird Piemont in vier Herzogtümer aufgeteilt: Turin, Asti, Ivrea und San Giulio d’Orta. Karl der Große marschiert 773 durch das Susatal in Italien ein. Die Franken werden zur herrschenden Schicht über die ansässigen Volksgruppen und erlassen eine Provinzordnung, die die Krise des Kaiserreichs von 888 überdauert. Ende des 9. Jahrhunderts wird Piemont von der Markgrafschaft Ivrea regiert, die der Familie der Anskarier anvertraut war. Um 950 gliedert sich dieser Machtbereich in vier neue Markgrafschaften: die „arduinische“ mit Zentrum in Turin, die „aleramische“ und „obertengische“ im Südosten von Piemont, sowie die von Ivrea. Der Markgraf Arduin von Ivrea war auch der letzte italienische König vor dem Zusammenschluss der italienischen und deutschen Kronen. Nach seinem Tod im Jahr 1050 wächst die Macht der Bischöfe in fast ganz Piemont und die anderer neu aufsteigender Häuser: die Markgrafen von Saluzzo im Süden und die Grafen von Savoyen im Susatal. Mit der Loslösung vom Karolingerreich emanzipierten sich die Städte um sich dann im Lombradenbund zusammenzuschließen und Friedrich Barbarossa Mitte des 12. Jahrhundert zu besiegen. Im Kampf gegen den Kaiser gründet der Bund die „neue Stadt“ Alessandria. Im 14. Jahrhundert verlieren die Städte wieder an Macht und unterwerfen sich den mächtigen Dynastien im Gebiet: den Grafen von Savoyen, die Ivrea, Canadese und Cuneo und die Täler von Lanzo und Susa kontrollieren; den Fürsten von Anjous, die Turin und die südlich angrenzenden Gebiete beherrschen; den Markgrafen von Saluzzo, die in Saluzzo und den südlichen Tälern Piemonts regieren. Der Südosten Piemonts hingegen gehört den Häusern der Visconti von Mailand an. Trotz dieser politischen Zersplitterung gewinnt Piemont zu dieser Zeit an geographischer Bedeutung.

[Indietro]
[Indietro]
Ortschaften
Palaisozaki
So heißt der neue beim japanischen Architekten Arata Isozaki für die Olympischen Winterspiele von Torino 2006 in Auftrag gegebene olympische Turiner Sportpalast. Eine Mehrzweckhalle, vielseitig und flexibel, die sich dank der Beweglichkeit der Tribünen vom Eispalast in eine Konzerthalle, in eine Schauspielhalle oder in einen Kongresssaal verwandeln kann.
Filatoio Rosso di Caraglio
Die in den Jahren 1676 bis 1678 errichtete Spinnerei bildet ein außergewöhnliches Beispiel an “Industriearchitektur” im siebzehnten Jahrhundert im Piemonte. Sie ist heute vollständig restauriert und beherbergt das Museo Regionale della Seta (Regionales Seidenmuseum) sowie Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Forte di Vinadio
Nach dem Willen von König Karl Albert errichtet, stellt die Befestigungsanlage von Vinadio eines der bedeutendsten Beispiele alpenländischer Militärarchitektur dar. Sie erstreckt sich in Längsrichtung auf 1200 Metern Länge über drei Ebenen, auf denen sich circa 10 Kilometer interner Wege verteilen.
[Indietro]
Persönlichkeiten
Eleonora Giorgi
“Mir kommt es vor, als kehre ich in meine Kindheit zurück. Damals verbrachte ich den September auf dem Anwesen meines Großvaters in Monferrato. Ich erinnere mich an die Weinlese mit den Ochsen und den von Trauben überquellenden Körben.. Aber die Langhe sind heute sogar noch schöner, weil sie es verstanden haben, sich eine ganz außerordentliche Harmonie zu bewahren”.
Giorgio Faletti
“Bis zu einem gewissen Alter lag ich in dem Glauben, dass die Leute aus Asti Astemi (Abstinenzler) hießen, und daher antwortete ich auf die Frage, woher ich denn käme, sorglos: ‘Astemio’ (’Abstinenzler’).”
Dario Argento
“Mein Verhältnis zu Torino geht auf meine Jugendzeit zurück, als ich mit meinem Vater zu Besuch in die Stadt kam. Sie hat mir so gut gefallen, dass ich sie als Schauplatz für meinen Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe wollte, was dann aber wegen der Kosten nicht möglich war. Das habe ich aber prompt mit Die neunschwänzige Katze wett gemacht”.
[Indietro]



