Musikinstrumente - Piemonte Feel

Musikinstrumente

 

Steine und Muscheln, rudimentäre, aus Holz geschnitzte Blas-oder Saiteninstrumente begleiten die Geschichte der Menschheit bis zur Entdeckung neuer Ausdrucks-und Kommunikationsformen.
Wie der sound-track unserer Zeit sich zusammensetzt aus Elektrogitarren, dem Klang eines Pianos oder dem Trommelwirbel des Schlagzeugs, so bestand er in der Vergangenheit aus dem Zauber des Klangs einer Rohrflöte, von Blechblasinstrumenten, Geigen, Orgeln oder Maultrommeln.

Musikinstrumente

Ob es sich um Instrumente aus einfachstem oder aus wertvollem Material handelt, was sie gemeinsam haben ist die Meisterschaft ihrer Erbauer, ihre Funktionalität und ihre Schönheit. Klarinetten werden aus Ebenholz, aus Buchsbaum oder aus Apfelbaumholz hergestellt, wobei auf pedalgetriebenen Drehbänken das Holz ausgehöhlt wird; Saxophone entstehen aus Metall, indem sie auf Formen aus Gusseisen oder Gips modelliert werden und der Instrumentenbauer zum Abschluss sein von Blumenmustern umranktes „Markenzeichen“ von Hand auf den Trichter ziseliert, während der Bau der Leier, eines für das Chisonetal und die okzitanische Tradition charakteristischen Instruments, die Kreativität des Lautenbauers mit der Technik des Kunsttischlers vereint. In der Provinz Cuneo, in Piasco findet man den bedeutendsten italienischen Leier-Bauer. Nach dem Vorbild der Tradition der Lautenbauer verwandelt Guido Ronchail die Klangkörper der Instrumente in kleine Meisterwerke der Kunsttischlerei: Intarsien aus Kirschbaumwurzelholz, von Hand ziselierte Instrumentenhälse, reines Bienenwachs für die Politur … Wie viel Zeit zur Herstellung eines Instrumentes benötigt wird? – Wenigstens 250 Arbeitsstunden!
Auch die Schule der piemontesischen Lautenbauer ist bedeutend: die Lautenwerkstatt von Arquata Scrivia (in der Provinz Alessandria) stellt in der ganzen Welt geschätzte Instrumente her. Die von Brondino-Vegezzi Bossi in Centallo (Provinz Cuneo) hergestellten Orgeln stehen in einer in das 16. Jahrhundert zurückreichenden Tradition. Und dann ist da noch der Klangzauber der von Debiaggi in Quarona Sesia (Provinz Vercelli) hergestellten Pianos.
Anerkannter Meister des Akkordeonbaus ist Romeo Aichino, der wegen seiner sorgfältigen Wahl der Holzarten und der Vernagelung des Leders seiner Instrumente geschätzt wird. Anerkennung finden auch die Brüder Patricola aus Castelnuovo Scrivia (Provinz Alessandria), die Oboen und Klarinetten herstellen. Insgesamt 38 Instrumentenbauern wurde von der Region Piemont das Prädikat „Eccellenze Artigiane“ (hervorragendes Handwerk) zuerkannt. Eine ziemlich große Anzahl, die darauf schließen lässt, dass – zumindest bis jetzt – Rock und Elektronik den handwerklichen Instrumentenbau noch nicht zerstört haben.